Prinzipiell gilt bei der Versorgung mit Hilfsmitteln folgende Regelung: Versicherte haben Anspruch auf Versorgung mit Hörhilfen, Körperersatzstücken, orthopädischen und anderen Hilfsmitteln, die im Einzelfall erforderlich sind, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen, soweit die Hilfsmittel nicht als allgemeine Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens anzusehen sind. (SGB V §33)

Der Anspruch auf Hilfsmittel beinhaltet auch notwendige Änderungen bzw. Anpassungen, Ersatzbeschaffung und Instandsetzung. Ebenfalls enthalten ist auch die Ausbildung in ihrem Gebrauch. Die Einführung oder Ausbildung in den Gebrauch ist bei Hilfsmitteln erforderlich, deren Gebrauch Gefahren mit sich bringen kann. Dies betrifft beispielsweise Elektrorollstühle oder Treppenlifte.
Tipp an dieser Stelle: Scheuen Sie sich davor Ihre Krankenkasse auf mögliche Kurse und/oder Weiterbildungen anzusprechen!

Was bzw. welche Hilfsmittel werden von der Krankenkasse bezahlt?

Die wichtigste Voraussetzung ist, dass ein Hilfsmittel erforderlich und geeignet ist, um den angestrebten Zweck zu erreichen.

Als Zweck gelten:

  • Den Erfolg der Krankenbehandlung sichern
  • Einer drohenden Behinderung vorzubeugen
  • Eine Behinderung auszugleichen

Andere Bedingungen muss das Hilfsmittel eigentlich nicht erfüllen.
Wer weitere Informationen möchte findet ein Verzeichnis der Hilfsmittel, die von den Kassen anerkannt sind und die von der Leistungspflicht umfasst sind: Das Hilfsmittelverzeichnis nach SGB V §133.

Von der Leistungspflicht umfasst bedeutet, dass die hier aufgeführten Hilfsmittel von den Kassen übernommen werden, sofern sie im jeweiligen Einzelfall erforderlich und geeignet sind. Wird also vom Arzt ein Hilfsmittel verschrieben, welches dort erfasst ist, so wird die Kasse dieses in der Regel übernehmen.

Anmerkung: Will man mehr oder besseres als die Kasse bezahlt, so ist dies möglich, allerdings gilt folgendes im Gesetz zu beachten:
„Wählen Versicherte Hilfsmittel oder zusätzliche Leistungen, die über das Maß des Notwendigen hinausgehen, haben sie die Mehrkosten und dadurch bedingte höhere Folgekosten selbst zu tragen.“
Das bedeutet: Ein Hilfsmittel darf kein Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens sein. Die Abgrenzung ist im Einzelfall oft schwierig. So sind Schuhe sicher Gegenstände des täglichen Gebrauchs, orthopädische Schuhe aber durchaus Hilfsmittel.

Wo erhält man Hilfsmittel?

Prinzipiell in jedem beliebigen Sanitätshaus, wobei man immer prüfen sollte, ob das gewählte Sanitätshaus auch Vertragspartner der eigenen Krankenkasse ist! Die Krankenkasse wird Sie darüber informieren mit welchem Sanitätshaus sie entsprechende Verträge abgeschlossen hat, wo Sie sich hinwenden können.
Hintergrund ist, dass die Krankenkassen mit den Sanitätshäusern Kostenpauschalen für bestimmte Hilfsmittel vereinbar haben. Um Mehrkosten zu vermeiden, empfiehlt es sich daher, die Hilfsmittel in den vorgeschlagenen Standorten abzuholen.

Wie erhält man das Hilfsmittel?

Erkundigen Sie sich bei der Krankenkasse nach einem Sanitätshaus, oder klären Sie mit dem Sanitätshaus Ihrer Wahl ab, ob sie Vertragspartner der Krankenkasse sind und direkt dort abrechnen.
Bei Hilfsmitteln die einer persönlichen Anpassung bedürfen, z.B. Rollstühlen, wird Sie ein Mitarbeiter des Sanitätshauses zuhause aufsuchen, um alles Notwendige zu besprechen.
Die Lieferung erfolgt dann, in der Regel sehr kurzfristig, zu Ihnen nach Hause. Kosten entstehen nicht.

Die Krankenkasse wird größere Hilfsmittel meist leihweise überlassen. Das Hilfsmittel gehört also weiterhin der Krankenkasse. Es darf, auch wenn man selbst es nicht mehr braucht, nicht verliehen, verkauft oder weggeworfen werden. Es ist und bleibt fremdes Eigentum.