Wer nach einem längeren Krankenhausaufenthalt oder einer ambulanten Operation vorübergehend auf Pflege angewiesen ist, hat jetzt einen Anspruch auf Unterstützung, auch wenn er keine Pflegestufe hat. Streut sich die Kasse, die neuen Leistungen zu bezahlen, so sollten Sie sich als Versicherter wären.

Seit 2016 bekommen Versicherte, die schwer erkranken, ambulant operiert wurden oder eine lange Zeit im Krankenhaus lagen vorübergehend Unterstützung. Voraussetzung für den Anspruch: Sie können sich nicht selbst versorgen. Je nach festgestelltem Schweregrad bezahlen die Kassen die Hilfe im Haushalt, den Einsatz eines Pflegedienstes oder auch eine Kurzzeitpflege in einem Heim. Die neuen Leistungen bekommen alle Patienten, wenn diese bisher nicht pflegebedürftig sind und somit keine Pflegestufe haben. Der Anspruch ist im neuen Krankenhausstrukturgesetz geregelt.

So bekamen Patienten bis Ende 2015, die kurzzeitig hilfsbedürftig waren, nur die Behandlungspflege von den Krankenkassen bezahlt. Zu diesen Leistungen gehören das Wechseln von Verbänden, sowie die Gabe von Spritzen und Medikamenten durch einen Pflegedienst. Die Kosten für Pflegeleistungen, wie beispielsweise Hilfe im Haushalt oder Unterstützung beim An- und Ausziehen, wurde in der Vergangenheit dagegen nur von einigen Krankenkassen als Mehrleistung übernommen. Bei Versicherten mit einer Pflegestufe kam hierfür die Pflegekasse auf.

Die Kurzzeitpflege kann – bei vorübergehendem Bedarf – für maximal vier Wochen pro Kalenderjahr in Anspruch genommen werden. Die entsprechenden Anträge können vom Patienten entweder über den Sozialdienst des Krankenhauses oder gemeinsam mit dem Hausarzt gestellt werden. Wichtig: Eine ärztliche Bescheinigung sollte in jedem Fall die Notwendigkeit der Leistung begründen. Die Krankenkasse genehmigt und übernimmt die Kosten für die Pflege zu Hause und in der Kurzzeitpflege-Einrichtung.

Laut Medienberichten sperren sich jedoch einige Kassen und lehnen die Anträge auf vorübergehende Hilfe und Pflege ab. Sollte dies der Fall sein, so empfiehlt es sich einen Widerspruch einzulegen. Für den Widerspruch haben Versicherte vier Wochen Zeit. Dieser sollte genau begründet sein und darlegen, welche Hilfeleistungen der Patient Tag für Tag und in welcher Form braucht. Bleibt die Kasse nach Widerspruch immer noch stur prüft ein Widerspruchsausschuss die Entscheidung. Sollte es bei der Entscheidungsfindung wieder zu einer Ablehnung kommen, so können Versicherte innerhalb von vier Wochen kostenlos vor einem Sozialgericht klagen.