Es kommt in der Praxis sehr häufig vor, dass gerade zu Beginn einer Pflegebedürftigkeit die Familienangehörigen oder Außenstehende die Notwendigkeit erkennen, der betroffene Pflegebedürftige jedoch nicht.

Hierbei ist es nicht empfehlenswert mit dem „Kopf durch die Wand“ zu wollen, sondern das Thema mit Einfühlungsvermögen und der nötigen Sensibilität anzugehen. Klären Sie mit dem betroffenen Pflegebedürftigen, warum ein Pflegedienst nicht gewollt wird. In der Regel ist es oft Scham oder auch das ungute Gefühl, wenn man manche Dinge eben nicht mehr ohne Hilfe machen kann.
Sehr häufig helfen dabei klare und sensible Gespräche. Als Pflegedienst kennen wir das Problem und können auch bei der Überwindung der Hemmschwellen helfen.

Ganz wichtig: Nehmen Sie immer Rücksicht auf die individuelle Situation des Pflegebedürftigen, denn es kostet jeden Menschen Überwindung eine neue Situation zu akzeptieren. Gerade in Bezug auf die eigene Gesundheit, die eigene Leistungsfähigkeit und auf die Unabhängigkeit tut sich jeder schwer. Und noch größer in die Hemmschwelle, wenn es um die Pflege in den eigenen vier Wänden geht. Dort wird die Inanspruchnahme von Pflegeleistungen subjektiv anders empfunden, als in einem Krankenhaus oder Pflegeheim, in denen das normal ist.

Ein guter Einstieg ist beispielsweise die neue Pflegekraft begleitend zur Person, die die bisherige Pflege übernommen hat, an den Pflegebedürftigen heranzuführen. Machen sie deutlich, dass die Pflegekraft Ihnen helfen soll, nicht dem Pflegebedürftigen. So lässt sich behutsam ein Vertrauensverhältnis aufbauen.

Bei der Heranführung an das Thema Pflege bietet es sich also an nicht direkt mit der Tür ins Haus zu fallen, sondern eine vertrauensvolle Basis zu schaffen. Lassen Sie die neue Pflegekraft zuerst eventuell nur hauswirtschaftliche Arbeiten erledigen oder – wie oben angesprochen – nur als Ratgeber für den aktuellen Helfer fungieren. Eine geübte Pflegekraft findet dann oft den Weg, um auch die eigentlich notwendigen Pflegeleistungen zu erbringen, besonders wenn es scheinbar niemand anderes bemerkt.